"Reicher Mann und armer Mann

standen da und sah'n sich an.

Und der Arme sagte bleich:

Wär' ich nicht arm, wärst Du nicht reich."


Bertolt Brecht
 

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Seminarvorhaben, so bald wie möglich,

spätestens  im Sommer 2020

in Kooperation mit der 
Bundeskoordination  Internationalismus (BUKO) 

siehe www.buko.info

 

Utopie und Eutopie

Utopia" heißt ja – übersetzt - der „Ort nirgendwo". Irgendwohin muss es aber gehen. In der langjährigen globalen Finanz- und Wirtschaftskrise wird deutlich, dass das System des sog. neoliberalen Kapitalismus nicht geeignet ist, Zukunftsprobleme zu lösen und für die Gesamtheit der Menschen eine Perspektive ohne Not und Unterdrückung zu eröffnen. 
Weniger deutlich sind die Alternativen. Die Suche nach Eutopien jenseits der herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist  drängende Frage.

Während in den 1970/ 80er Jahren Gesellschaftsutopien populär waren und lebhaft diskutiert wurden, ist es nach dem gleichzeitigen Zusammenbruch des Staatssozialismus und des demokratischen Wohlfahrtsstaats eher still geworden um Utopien. Das proklamierte „Ende der Geschichte" sollte die Frage, wie wir leben wollen und wie wir auch ganz anders leben könnten, zum Schweigen bringen. Dennoch hat sich in den letzten 20 Jahren eine neue Utopiedebatte entwickelt, in der die Erfahrungen aus Ost und West, aus den Ländern des Nordens und denen des Südens, ihren Niederschlag finden.

In Lateinamerika ist die Debatte um einen „Sozialismus des 21.Jahrhunderts" theoretisch und praktisch wieder eröffnet worden. Feministische Utopien sind unter Schlagworten wie „Subsistenzperspektive", „Fürsorgendes Wirtschaften" oder „Vier-in-Einem-Perspektive" wieder zu einem zentralen Bestandteil der Utopie-Debatte geworden. Andere haben sich mit der Utopie der „solidarischen Ökonomie", mit „anders leben und wirtschaften im Alltag" befasst.

Das Seminar wird einige dieser Ansätze vorstellen. Dabei wird es auch um Fragen der Utopie-Kritik gehen. In der Geschichte waren viele utopische Entwürfe mit dem Aspekt verbunden, Modelle der „guten Gesellschaft" zu skizzieren, in welche die Menschen dann nur noch „eingepasst" werden sollten.

Gerade die Radikalität von Utopien forderte oft einen „neuen Menschen", anstatt sich auf den eutopischen Gehalt von vorwärtsweisender sozialer Praxis und auf die Notwendigkeit zu besinnen, dass der Mensch das Maß der Utopie sein muss und nicht umgekehrt.

Wichtig für uns ist schließlich die Frage des „Süd-Mainstreaming": Wie sind die Bedürfnisse und die Situation von Menschen in der „Dritten Welt" von den verschiedenen Utopien berücksichtigt. 
Denn nur eine Utopie, die für alle Menschen gemacht ist und damit der Gesamtheit der Menschen weltweit gerecht wird, ist auch eine Eutopie – ein „Ort, an dem sich’s gut leben lässt".

 

Mögliche Themen:

Geschichte der Utopien – Kritik der Utopien;
Looking Backward or Life in the Year 2000 (deutsch: Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf das Jahr 1887) von Edward Bellamy, veröffentlicht 1887 als sozialistische Perspektive;
Literarische Utopien der 1970er Jahre: Feminismus, Sozialismus, Ökologie;
Das Parecon-Modell von Michael Albert; Lateinamerika und der „Sozialismus des 21.Jahrhunderts";
Internet, freie Software und Utopiedebatte: Die neuen Piraten;
Feministische Utopien revisited: Caring Labour, Vier-in-Einem, „Subsistenzperspektive"; „Freie Kooperationen", „Anders leben und wirtschaften im Alltag";
Das leidige Eigentum: Zwischen Shareholder-Sozialismus und Selbstverwaltung; Gibt es eine Utopie der solidarischen Ökonomie?

 

Wer mitarbeiten will oder

über die Planung informiert werden will oder Ideen dazu hat, 
schreibt eine mail an  reichtumskritik@arcor.de 

 

 

 

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Stand: 25. Januar 2016